Forstliche Projektwoche der 4. Klassen: „Wald der Zukunft“ hautnah erleben

In der zweiten Schulwoche nahmen die 4. Klassen im Rahmen eines Pilotprojekts an einer forstlichen Projektwoche im Revier Ossiacher Tauern des Betriebs Kärnten-Lungau der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) teil. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Prof. Kainz, Prof. Pichler, Prof. Rakos, Fachlehrerin Fraiß sowie Prof. Kletzmayr.

Unter dem Leitthema „Wald der Zukunft“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie standortsangepasste, klimaresiliente Mischwälder aufgebaut und nachhaltig bewirtschaftet werden können. Organisiert wurde die Woche von DI Antje Güttler (Betriebsleitung Kärnten-Lungau) und DI Bernhard Funcke (Betriebsleitung Waldviertel-Voralpen), die gemeinsam mit ihren Trainerteams ein abwechslungsreiches und praxisnahes Programm gestalteten.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten während der gesamten Woche direkt im Wald und setzten sich mit allen wichtigen Entwicklungsphasen eines Bestandes auseinander. Von der Verjüngungseinleitung über Maßnahmen der Jungbestandspflege bis hin zu unterschiedlichen Durchforstungskonzepten wurden zentrale Aspekte der modernen Waldbewirtschaftung behandelt. Ergänzend standen Themen wie forstliche Erschließung, der Einsatz moderner technischer Hilfsmittel, Rundholzsortierung sowie aktuelle Anforderungen des Holzmarktes auf dem Programm.

Auch jagdliche Fragestellungen spielten eine wichtige Rolle. Verschiedene Strategien zur Wildstandsregulierung wurden im Zusammenhang mit dem Aufbau klimafitter Wälder diskutiert. Neben klassischen Jagdmethoden konnten die Schülerinnen und Schüler alternative Ansitzmöglichkeiten wie Klettersitze oder „Saddle Hunting“ kennenlernen. Ein Anschussseminar vermittelte darüber hinaus wertvolle Kenntnisse zur Interpretation von Pirschzeichen und zur Nachsuche.

Für zusätzliche fachliche Vertiefung sorgten tägliche Abendvorträge von Expertinnen und Experten aus Forstwirtschaft, Jagd und Wirtschaft. Sie beleuchteten aktuelle Herausforderungen rund um Klimawandel, nachhaltige Holzproduktion, Biodiversität und Wildtiermanagement.

Ein besonderes Highlight der Woche war der schülerzentrierte Ansatz: Die von den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Übungen ausgezeigten Bestände wurden unmittelbar von den betriebseigenen Forstarbeitern umgesetzt. Dadurch konnte zum Abschluss der Woche ein direkter Vorher-Nachher-Vergleich durchgeführt werden. Diese Verbindung von Planung und praktischer Umsetzung vermittelte eindrucksvoll die Auswirkungen forstlicher Entscheidungen auf die zukünftige Bestandesentwicklung.

Die Projektwoche stellte eine ideale Verbindung von Theorie und Praxis dar und bot wertvolle Einblicke in die vielfältigen Aufgabenbereiche der modernen Forstwirtschaft.

Ein besonderer Dank gilt DI Antje Güttler, DI Bernhard Funcke sowie den zahlreichen kompetenten Trainerinnen und Trainern der Österreichischen Bundesforste, die mit großem Engagement für einen reibungslosen Ablauf und eine hervorragende fachliche Betreuung sorgten. Die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler und der große fachliche Mehrwert dieser Woche lassen auf eine Fortsetzung dieses gelungenen Projekts im kommenden Schuljahr hoffen.

Veröffentlicht am 21.09.2026

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Dipl.-Ing. Kevin Kletzmayr, BEd BSc Lehrer
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