Kultur an der Försterschule

Es folgt eine ausführliche Darstellung des kulturellen Wirkens von Werner Hofer, zusammengetragen von Herbert Ebenbauer. Something completely different for sure.

"And now for something completely different."

Was wäre besser geeignet als ein legendäres Zitat der britischen Komikertruppe Monty Python, um auf eine Kulturinitiative hinzuweisen, die von einem unserer Mitarbeiter 1988 ins Leben gerufen wurde?

Seit jenem Jahr ist der Begriff KULTUR AN DER FÖRSTERSCHULE untrennbar verbunden mit dem Namen Werner HOFER und das dazugehörige Logo Sinnbild geworden für sein 30-jähriges Bemühen, qualitativ hochwertige Kulturveranstaltungen und renommierte nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler nach Bruck zu bringen bzw. Nachwuchstalenten eine Bühne zu bieten.

In den vier Jahrzehnten seiner beruflichen Tätigkeit war er aufgrund seiner beruflichen Ausbildung (Sozialpädagoge und Fachlehrer) ein gern gesehener Gast in den Internatszimmern, um unsere Schülerinnen und Schüler in Deutsch oder Englisch wissensmäßig upzugraden.

Seine Eloquenz hätte es ihm daher durchaus gestattet, mehrere Seiten selbst mit eigenen Worten bzw. Wortwitz zu füllen, seine geradezu sprichwörtliche Bescheidenheit verhindert dies jedoch…

Schon in den letzten drei Dekaden durfte ich als sein „Ghostwriter“ mithelfen, seine Veranstaltungen zu bewerben, um Werners Kulturschäfchen ins Trockene zu bringen, soll heißen, genügend Besucherinnen und Besucher in den altehrwürdigen Festsaal, die Aula oder unseren Turnsaal zu locken.

Es ist mir daher eine besondere Freude und Ehre, zum Abschluss dieser von ihm ins Leben gerufenen Initiative auf unserer Website auch „ein paar Worte zu verlieren…“.

Keine Sorge, ich werde mich kurzfassen, denn ein Bild bzw. mehrere Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte und die ebenfalls folgende Auflistung all jener Literatinnen und Literaten, Kabarettistinnen und Kabarettisten und Musikerinnen und Musiker, die Werner Hofer in die Försterschule geholt hat, spricht ohnedies für sich bzw. füllt fast schon Bände.

Eines vielleicht kurz und (links)bündig gleich vorneweg:
„A g‘mahte Wiesn“, wie wir in der Steiermark zu sagen pflegen, war es für ihn oftmals nicht und an manchen Abenden mit spärlichem Besuch drängte sich die Feststellung auf:
„Wenn er’s nur aushält, der Werner!“

Gegründet hat er diese Initiative ja eigentlich nicht nur mit der Absicht, unseren Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass man mit Holzbrettern auch eine Bühne zimmern kann, sondern vor allem auch, um das Interesse unserer Schützlinge für Kultur zu wecken und Abwechslung in den Internatsalltag zu bringen.

Doch „der Weg zu seine Dirndln und Buam“ im Internat der Försterschule war in kultureller Hinsicht meistens „sehr stoani“, also sehr steinig und Werner wusste schon bald, dass er diesen Weg „net aloani“, das heißt, alleine gehen konnte oder wollte…
„Was ist denn da heute los?“ war eine oft an ihn oder sein fleißiges Kultur-Team gestellte Frage am Veranstaltungstag, trotz wochenlanger Vorankündigung auf Plakaten oder Hinweisen in den Schulumläufen.

Und natürlich dauerte es auch einige Jahre, bis sich sein neues Kulturangebot im Mur- und Mürztal herumgesprochen hatte.
1988 steckten das Internet und Mark Zuckerberg (Jg. 1984!) noch in den digitalen und analogen Kinderschuhen und der Begriff „social media“ existierte nicht einmal in den Köpfen von Bill Gates oder Steve Jobs. Die Promotion für die Musik-, Literatur- und Kabarettabende erfolgte nicht in Sekundenschnelle über e-mail, facebook oder whatsapp - um die Werbetrommel entsprechend zu rühren, musste man in der „guten alten Zeit“ daher den beschwerlichen und zeitaufwändigen Weg mittels Mundpropaganda, Flugzettel und Plakatieren gehen, im wahrsten Sinne des Wortes.

So kam es, was anfangs leider kommen musste - nicht immer hielten sich die Qualität der von Werner eingeladenen Künstlerinnen und Künstler und die Quantität der Besucherinnen und Besucher die Waage, doch sein Wort war stets eine Garantie dafür, dass sich unsere kulturellen Gäste sicher sein konnten, die vereinbarte Gage auch tatsächlich ausbezahlt zu bekommen. An vielen Abenden war dies allerdings nur deshalb machbar, weil Kollege Hofer tief ins eigene Geldbörserl gegriffen bzw. das private Haushaltsbudget belastet hat.

Aber rückblickend betrachtet werden er und seine Gattin Christa sicher mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen: „Guat is gaungan, nix is gschegn!“

Nicht nur die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Kabarettistinnen und Kabarettisten und Musikerinnen und Musiker schätzten seine Handschlagqualität, im Laufe der Jahrzehnte wurde seine Kulturinitiative auch zu einem wichtigen Werbeträger für die Försterschule.
Die Stadtväter von Bruck an der Mur erkannten ebenfalls sehr rasch den unschätzbaren Wert seiner Veranstaltungen und so überreichten ihm Bürgermeister Bernd Rosenberger und Kulturstadtrat Frank Peter Hofbauer am 17. April 2012 zum Dank nicht nur den berühmten "feuchten Händedruck", sondern auch die Auszeichnung Kulturpreisträger der Stadt Bruck an der Mur.

Zu ebener Erde, also in den Räumlichkeiten der HBLF, ist es seit Dezember 2019 in kultureller Hinsicht zwar ruhig geworden, nicht jedoch in luftiger Höhe…

„Wenn der Sommer nicht mehr weit ist, weiß ich, dass das meine Zeit ist!“

Konstantin Wecker ist vor vielen Dekaden zu dieser Erkenntnis gelangt,  dies gilt auch für unseren Kulturimpresario Werner Hofer.

Auf dem Brucker Schlossbergplateau hat er sich für die Zeit nach seinem beruflichen Ruhestand bzw. für die Sommermonate nämlich eine kleine, aber feine kulturelle Parallelwelt geschaffen und ich hoffe, geschätzte Leserinnen und Leser, Ihnen mit einem weiteren Zitat von Konstantin „nicht auf den Wecker zu gehen“:

„Genug ist nicht genug, genug kann nie genügen!“

Wir möchten unsere kleine Laudatio auf KULTUR AN DER FÖRSTERSCHULE nämlich mit dem dezenten Hinweis beenden, dass man in den Sommermonaten hoch über den Dächern von Bruck nicht nur der Vogelwelt lauschen kann…

Als Obmann der INITIATIVE BRUCKER SCHLOSSBERG bieten Werner Hofer, DI Alfred Weber und deren Team dort weiterhin literarisch ERLESENES bzw. musikalisch UNERHÖRTES und wir dürfen Sie, liebe Kulturfreunde, bitten, in den Sommerferien nicht nur in die Ferne zu schweifen, wenn doch das kulturell Gute auf dem Brucker Hausberg so nah ist.
Mit Arik Brauer passt an dieser Stelle ein heimischer Künstler ebenfalls gut ins neue Schlossberg-Bild: „Sie ham a Haus baut, sie ham uns a Haus her baut!“ - seit einiger Zeit muss man(n) bzw. Frau neben dem Brucker Uhrturm nicht mehr wetterfest sein, auf der Kultur-Location Schlossbergplateau lädt nun auch ein neues Lokal zum Verweilen bei den Veranstaltungen bzw. dem traditionellen Winzerfest der Weinerei ein.

Im Rahmen dieses Artikels gilt es natürlich auch DANKE zu sagen - unserem Werner Hofer, aber auch den vielen Helferinnen und Helfern, die dazu beigetragen haben, Kultur in der Försterschule zu einem Begriff zu machen, der weit über die Grenzen der Dr.-Theodor-Körner-Straße 44 hinaus bekannt wurde.

DANKE

  • allen Schülerinnen und Schülern, ohne deren Mithilfe der Auf- und Abbau der Bühnen und die Adaptierung des Turnsaales nicht möglich gewesen wären und die beim Ausschank in den Veranstaltungspausen beteiligt waren.
  • unserem Haustechniker Jürgen Eibisberger, der immer zur Stelle war, wenn der sprichwörtliche Hut gebrannt bzw. ein Saallicht mal nicht funktioniert hat oder aufgrund eines plötzlichen Stromausfalls die Gäste im Dunkeln gelassen wurden und die Musikerinnen und Musiker ihre Künste unplugged zum Besten geben hätten müssen.
  • dem Reinigungspersonal, das nach den Veranstaltungen rasch dafür gesorgt hat, dass die Schulräumlichkeiten wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden konnten.
  • Fder Küche, die zum leiblichen Wohl der Künstlerinnen und Künstler und Besucherinnen und Besucher beigetragen hat.
  • unseren Sekretärinnen, die am Telefon oder per e-mail die einlangenden Kartenvorbestellungen oder Stornierungen geduldig neben ihrer regulären Tätigkeit abgewickelt haben und ihren Humor trotzdem nicht verloren haben (Ingeburg Kronabeter, Beate Leser-Prais, Elisabeth Gissing, Tamara Hödl, Romana Lenger, Sabrina Hörler).
  • unserem Sozialpädagogen Bernd Adler, der seinem Namen alle Ehre gemacht hat und mit Argus- bzw. Adleraugen darüber gewacht hat, dass kein Bühnenelement auf wackeligen Beinen stand, Sessel und Tische für unsere Besucherinnen und Besucher immer ein optimales Sichtfeld und genügend Beinfreiheit geboten haben und bei der Ausschank der edle Gerstensaft oder ein gutes Tröpferl Wein niemals versiegten.
  • unseren Direktoren HR DI Horst TAUER und HR DI Anton ALDRIAN, die stets ein offenes Ohr und Räume für die Wünsche und Anliegen von Werner Hofer hatten.
  • unserem treuen Stammpublikum, dem es zu verdanken war, dass Werner im vorigen Jahr sein 30-jähriges Kulturjubiläum feiern konnte und sein Einkommen als Pädagoge nicht für Künstlergagen zweckentfremden musste.

Last, but not least, möchten wir Sie, werte Leserinnen und Leser, nun aber doch noch auf einen kleinen visuellen Streifzug durch 30 Jahre KULTUR AN DER FÖRSTERSCHULE einladen…

Zahlreiche heimische Kult-Autor*innen und Sprachjongleure gaben ERLESENES zum Besten:

Michael Köhlmeier, Klaus Melem, Thomas Glavinic, HC Artmann, Felix Mitterer, Gert Jonke, Stefanie Holzer, Gabriele Kögl, Franzobel feat. Markus Illko und Andreas Fürstner, Reinhard P. Gruber, Karim El-Gawhary, Peter Turrini, Bernhard Aichner, Christoph Ransmayr, Alois Brandstetter, Josef Haslinger, Alfred Kolleritsch, Egyd Gstättner, Günther Freitag, Andrea Wolfmayr, Evelyn Schlag

UNERHÖRTEM, besser gesagt, in Bruck bis zu Werners Kulturinitiative noch UNGEHÖRTEM lauschte man(n) bzw. Frau bei Auftritten von...

zahllosen, aber nicht namenlosen irischen und schottischen Bands im Rahmen des GUINNESS IRISH CHRISTMAS FESTIVALS:
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bei deren Ankündigung selbst ein so eloquenter Englisch-Nachhilfelehrer wie Werner Hofer gelegentlich zum Schummelzettel greifen musste – aber Namen wie  Maire Ni Cathasaigh, Edwina Nig Eochaidhean oder Craobh Rua gehen einem Steirer halt doch nicht so leicht von den Lippen):
Cran, Martin O’Connor, Chris Newman, Beoga, Red Hat Band, Cora and Breda Smith, Solas, Susan McKeown All Star Band, Providence, Green steps, Meascain, Trad Lads, Slide, Buille, Grada feat. Aislinn Ran, The Murphy Beds, Ciara Ryan, Joe McKenna, Alisha McMahon, Dervish, The Henry Girls, Cathy Rian, Fullset, Derwisch, Lunasa, Karan Casey, Michelle Burke Band, The Rambling Boys, Tim Edey & Brendan Power, New Road feat. Cathy Jordan, John Doyle & Mike McGoldrick, Lorraine Jordan, Alan Kelly Gang, Mosaic Band, Connla, Dervish, Kelly Joe Phelps & Corinne West, Breabach, The Friel Sisters, Paddy Keenan, Alec Finn, Johnny McDonagh, Jackie Daly, John Faulkner, Sean Ryan, Eleanor Shanley, Gerry O’Connor, Fergus Feelie, Paul McKenna, Wild Irish Lassies, The Bumblebees

nationalen und internationalen Größen oder Nachwuchstalenten der Jazz-, Folk- und World music-Szene:

Art3tra (Herwig Gradischnig, Werner Feldgrill und Heimo Wiederhofer), Antonio Andrade und Fiesta Flamenco, Pipo Pollina, Giorgio Conte, Karl Hodina, Dine et Déon, Diknu & Joschi Schneeberger Trio feat. Martin Spitzer, Dapper Dan, Oliver Groenwald Quintett, Günther Theil, Astrid Hammer, Thomas Gansch und Georg Breinschmid, Mario Gonzi, Ewald Oberleitner, Luisa Rocha, Filipa Cardoso, Sandra Correia, Joana Amendoeira & Carlos Leitao Ensemble, Trio “Fürchtet euch nicht”, Kollegium Kalksburg, Wolfgang Muthspiel, Tom Harrell, George Garzone, Alex Deutsch, Stepko Gut, Larry Grenadier, Jeff Ballard, Art Farmer, 4-Xang feat. Wilfried Scheutz & Eik Breit), RTL3, (Peter Ratzenbeck, Hans Theessink und Michael Langer), Harry Sokal, Manfred Rumpl and the wooden tools, Willi Ganster, Hans Theessink, Jon Sass, Blue Groove, Terry Evans, Eva Haidl & Band, The Holmes Brothers, Innocent Chicken Wings, Doop Troop feat. Joseph Bowie und Sigi Finkel, Ernst Molden, Aniada a noar & Altrioh, Tini Kainrath Avenue, Beatles Double Group, The Bluesbreakers, Fränk Nitty Gang, Patricia Moreno and the South A. Coasters, Herwig Gradischnig, Marc Abrams, Christian Salfellner, Claus Raible, Herwig Gradischnig & Ghost Trio, Clorofilla feat. Giuseppe Perna, Jacqueline Patricio da Luz Trio, Dr. Didg, Broadlahn, Lakis & Achwach, Frank Hoffmann & Martin Gasselsberger Trio, Robert Riegler, Cathleen Dahl, Die Dornrosen, Michael Langer & Stephan Maass, Dana Gillespie & Joachim Palden, Mojo Blues Band, Doretta Carter & The Funk monsters feat. Bumi Fian, Fritz Pauer

Geradezu LACHHAFT billig konnte man sich mit Österreichs besten Kabarettistinnen und Kabarettisten „abpecken“, bei uns begrüßen durften wir:

Günther „Gunkl“ Paal, Alfred Dorfer, Klaus Eckel, Roland Düringer, Susanne Pöchacker, Gernot Kulis und die Comedy-Hirten, Christian Hölbling, Mike Supancic, Bernhard Ludwig, Alf Poier & die obersteirische Wolfshilfe, Kabarett Gimpl, Die Hektiker, Die Grazbürsten, Christian Hölbling, Die Unerhörten, Thomas Maurer, Martin Puntigam, Regina Hofer, Andrea Händler, Thomas Stipsits, die Schienentröster

Bild und Text: EBE

Postskriptum: Wenn Sie den Artikel bis zu seinem Ende durchgelesen haben: alle Achtung! You got stamina! Oder Sie können heute Nacht einfach nicht einschlafen. Vielleicht sind Sie sind aber auch Werner Hofer. Danke für Ihren Besuch auf der Kulturseite der Homepage!

Veröffentlicht am 27.10.2020

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