Kurs zur Selbstverteidigung für Schülerinnen

Im ersten Halbjahr des Schuljahres 2018/19 fand an der HBLA für Forstwirtschaft ein 10-stündiger Selbstverteidigungskurs für Mädchen im Zuge des Sportunterrichtes statt. Der Kurs wurde von den geprüften Polizeieinsatztrainern Udo Urschinger und Nicole Urschinger gehalten.

In der ersten Einheit wurde über das Thema Gewalt an Frauen und Selbstverteidigung diskutiert. Mit abschreckenden Erzählungen und Tipps wie man sich in diesen Situationen am besten verhält, wurde den Schülerinnen bewusst gemacht, dass es essentiell ist, sich zu verteidigen, egal ob jemand stark oder schwach ist,  es sich um ein Mädchen oder einen Burschen handelt.

Im Ernstfall handeln

Die darauffolgenden praktischen Einheiten wurden im Turnsaal der Schule abgehalten, wo viele Techniken und geschickte Griffe trainiert wurden, um sich im Ernstfall befreien und verteidigen zu können. Den Mädchen wurde klar gemacht, dass auch sie zuschlagen dürfen beziehungsweise müssen, wenn sie angegriffen werden oder in eine bedrohliche Situation geraten. Viel kann bereits mit selbstbewußtem Auftreten verhindert werden. Die erste Möglichkeit im Falle eines Angriffes ist natürlich davonzulaufen, die zweite sich zu verteidigen und dritte anderen sogar wehzutun, um sich selbst zu schützen. Am schlimmsten wäre es im Ernstfall nichts zu tun und in Schockstarre zu verfallen.

Polizei einschalten

Sollten sich die Mädchen verfolgt fühlen, sollen sie nicht nur mit einem Freund telefonieren, sondern die Polizei einschalten, bevor etwas passiert. Wenn die Polizei früh Verfolger stoppen kann, können Verbrechen verhindert werden. Sollte man die Polizei kontaktieren, muss man genaue Beschreibungen des Verfolgers angeben können. Besonders hilfreich sind Beschreibungen der Bekleidung, des Bartes, der Frisur, der Haarfarbe oder Tätowierungen. Das sind momentane Auffälligkeiten, die, wenn sich die Polizei nähert, nicht plötzlich geändert werden können. Beschreibungen, wie zum Beispiel mittelgroß und und braune Haare, würden auf sehr viele Leute zutreffen, rote Schuhe und Glatze grenzt die Personen schon weiter ein. Je mehr Details beschrieben werden können desto besser kann der Personenkreis eingeschränkt werden und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit den Verfolger zu finden.

Beweise sichern

Vergewaltigungsopfer sollen unverzüglich zur Polizei gehen, so unangenehm das auch sein mag, um mögliche Beweise (DNA Spuren) zu sichern. Auf keinen Fall sollte sich das Opfer zuerst waschen und umziehen, da es dann unmöglich wäre, den Täter zu finden. Leider gibt es kein Alter und kein Aussehen, das Gewalttäter abschreckt. Es gibt sehr junge Vergewaltigungsopfer und sogar über 80-Jährige.

Riskante Situationen vermeiden

Nie sollte jemand allein in der Nacht in abgelegenen Gegenden unterwegs sein. Freunde und Gruppen können Schutz vor Angreifern sein. Stärke und Selbstvewusstsein zu zeigen ist besser als ängstlich durch dunkle Straßen zu gehen. Unter Alkoholeinfluss geht man ein größeres Risiko ein. Es könnte sein, dass man ein von anderen falsch eingeschätzes Verhalten an den Tag legt, das Fremde einlädt, näher zu kommen als es eigentlich erwünscht ist.

In der letzten Einheit wurde eine Notsituation nachgestellt, in welcher Udo Urschinger als “Black Man” mit seiner Spezialausrüstung die Mädchen attackierte. Jedes Mädchen musste sich in einem Kampf, der maximal 2 Minuten dauerte, mithilfe von Griffen und Techniken, die sie gelernt hatte, befreien. Der Puls der Mädchen schnellte rasant in die Höhe und sie merkten, dass sie für kurze Zeit besondere Kraftresourcen hatten, die ihnen halfen sich zu befreien.

Bedrohliche Situationen wie diese bleiben hoffentlich allen erspart!

Rückmeldungen unserer Schülerinnen:

“Anfangs waren wir skeptisch, doch nach der ersten Einheit waren wir begeistert vom Kurs.”

”Wir haben jede Menge in diesem Kurs gelernt und werden einiges auch in unseren zukünftigen Alltag mitnehmen.”

“Vielen Danke für diese tolle Erfahrung!”

 

Bild und Text: SIE

Veröffentlicht am 25.02.2019

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Mag. Alexandra Sieber Lehrerin
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