Exkursion LIECO - 3B

Am 29.04.2019 machte sich die die Klasse 3B in Begleitung von Frau Prof. Mähring und Herrn Prof. Kaplan nach Kalwang bei St.Michael auf, um einen interessanten Nachmittag bei der Forstpflanzenproduktion LIECO zu verbringen. Die Exkursion fand in Verknüpfung mit dem theoretischen Unterricht im Fach Waldbau statt.

Vor Ort wurden wir dankenswerterweise vom Standortleiter, Herrn DI (FH) Gábor Mayer, zu einer spannenden Führung gebeten.
Da die Informationen sehr zahlreich waren, folgen nun einige Fakten über die Produktion bzw. die Firma LIECO.
Schon seit 30 Jahren werden auf zwei Standorten (Kalwang/Stmk. und St. Martin im Innkreis/OÖ) Forstpflanzen auf höchstem Niveau produziert. Ein weiterer Hinweis für beste Qualität ist, dass der Betrieb alle zwei Jahre bis ins Letzte kontrolliert wird. Auch zahlreiche Partnerbetriebe in z.B. Ungarn, Deutschland oder Polen sind zu finden. Somit ist das Unternehmen der Stiftung Fürst Liechtenstein der größte Produzent von Forstpflanzen europaweit! Vor allem durch die spezielle Düngermischung, welche ein Betriebsgeheimnis ist, erhält die Firma reichlich nationales und internationales Ansehen.
Die Produktionsfläche in Kalwang umfasst 11 ha. Die Hauptbaumarten sind Fichte (ca. 60 %), Lärche (ca. 20 %), Kiefer (ca.10 %) und Andere (10 %). Am Standort St. Martin kommt noch die Douglasie als eine der Hauptbaumarten hinzu. Laubbäume werden nur wenige produziert.
Es erfolgen jährlich drei Aussaaten. Begonnen wird mit der Aussaat von Fichte. Die zweite Saat besteht aus Lärchen und die letzte aus tiefsubmontaner Fichte.
Bevor es überhaupt zur Saat kommt, muss entsprechendes Saatgut sichergestellt werden. Dabei wurde die Problematik über die Beschaffung dieses Saatgutes besprochen. Die Auswahl erfolgt unter strengster Vor- und Nachkontrolle auf genetischer Ebene. Im Prinzip kann jeder mit Waldbesitz Bestände auf Saatgut überprüfen lassen. Dafür meldet man sich beim Bezirksförster und dem BFW. Falls eine Zusage erfolgt, kann der Samenverkauf (bei entsprechender Qualität) für einen Forstbetrieb ein lukratives Geschäft sein. Die Ernte der Samen und der Transport erfolgen selbstverständlich durch fachkundige Personen der Firma LIECO.
Erst mit der Präsentation einiger bemerkenswerter Kennzahlen wurde vielen erst klar, in welcher Größenordnung sich der Betrieb bewegt: So werden aus einem kg Fichtensamen 70.000 Bäume produziert! Momentan gibt es ungefähr 11 Millionen Pflanzen auf der Anlage in Kalwang, davon sind 4,5 Millionen verkaufbar. Da auch händische Arbeit in dieser Branche unumgänglich ist, trafen wir vor Ort auch 16 Damen in der Produktion, und zwar beim Vertopfen, an. Ihre Tagesleistung liegt bei 160.000 Bäumen pro Tag!
Beeindruckend war auch die Technik in den Gewächshäusern. Unter den Gewächshäusern befindet sich ein Wasserspeicher, welcher für zwei Tage Bewässerung ausreicht. Durch ein modernes Bewässerungssystem, welches einen feinen „Nebel“ aus Wasser abgibt, werden die Pflanzen optimal mit Wasser versorgt. Eine zusätzliche Lampe „manipuliert“ die Pflanzen so, dass die Keimlinge gesteuert und  in einem Jahr mehr wachsen, als sie es in der Natur tun würden. Mehr Licht dient auch der Verholzung der Pflanzen. Außerdem wird vorbeugend ein Pflanzenschutz aufgetragen. Auf Insektizide wird verzichtet.
Ebenfalls bietet die Firma eine Lohnanzucht an. Dabei züchtet LIECO Pflanzen für Betriebe gegen Bezahlung und gibt sie nach der Verschulung wieder an den Betrieb zurück.
Im Namen der 3B bedanke ich mich nochmals einerseits bei der Firma LIECO für die Einladung und andererseits bei Prof. Mähring und Prof. Kaplan für die Organisation und Begleitung dieser spannenden Exkursion!

 

Bild und Text: Stefanie Wolfsberger, 3B

Veröffentlicht am 29.04.2019

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