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Windwurftag

 

Ende Jänner und nochmals Ende Februar zogen Sturmböen eine Spur der Verwüstung durch Teile der Steiermark, Kärntens, Ober- und Niederösterreichs.

Die Försterschule reagierte auf diese Katastrophe mit der Organisation eines profunden Vortragsprogramms, um alle Schülerinnen und Schüler über die eingetretenen Schäden, erforderlichen Maßnahmen und möglichen Folgen, aber vor allem über die zu erwartenden Risiken bei der Aufarbeitung zu informieren
OFR Dipl.-Ing Heinz Lick, von der Fachabteilung 10C der Steiermärkische Landesregierung, referierte zum Thema: Der Windwurf „Paula“ – Schäden in der Steiermark. “Paula” verursachte enorme Schäden am Südostabfall der Fischbacher Alpen und der Gleinalpe. Die betroffenen Bezirke sind vor allem Graz Umgebung und Voitsberg, wobei derzeit mit einer Schadholzmenge von rd. 6,7 Mio fm gerechnet wird. “Emma” richtete vor allem im Bezirk Liezen Schäden an, wobei die derzeitigen Schätzungen bei rd. 1,8 Mio fm liegen. Am Beispiel des Strohmoarbergs in Donnersbachwald, wo durch den Sturm „Uschi“ im Jahr 2002 Windwurfschäden aufgetreten sind, verdeutlichte der Referent die Notwendigkeit einer raschen Aufarbeitung. Dort hat durch eine vernachlässigte Aufarbeitung der Borkenkäfer die 5-fache Schadholzmenge des primären Windwurfs verursacht.
Dipl.-Ing. Gutschlhofer Dipl.-Ing. Erich Gutschlhofer von der Landwirtschaftskammer Steiermark ging in seinem Referat “Der Windwurf „Paula“ als Herausforderung für eine Interessensvertretung“ vor allem auf die Holzmarktsituation ein. Er bezeichnete die Sturmschäden als „lokales Ereignis“, das nicht mit einem Tsunami, sondern höchstens mit einem Ruderschlag zu vergleichen wäre, wenn man die Marktkapazität für Rundholz in Mitteleuropa betrachtet. Trotzdem ist die Interessensvertretung gefordert, die vor allem betroffenen Kleinwaldbesitzer zu unterstützen und hat deswegen die „Operation Paula“ ins Leben gerufen. Sie soll den Holzfluss so steuern, dass ein „Überlaufen des Glases“ verhindert wird und die Geschädigten faire Preise erhalten, auch wenn sie die Aufarbeitung nicht so rasch schaffen.
Dipl.-Ing. Rodlauer Dipl.-Ing. Johannes Rodlauer von der AUVA widmete sich dem Thema “Die Windwurfaufarbeitung aus der Sicht der Unfallverhütung”. Anhand eindrucksvoller Bilder und drastischer Schilderungen von Unfallsituationen konnte der Referent die Gefährlichkeit der Aufarbeitung eindrucksvoll darstellen. Er warnte ausdrücklich vor einem zu sorglosen Umgang mit dem Gerät Motorsäge und warnte eindringlich vor allzu leichtsinnigen Aktionen nach dem Motto: “Es wird schon nichts schief gehen”.

 

 

Dipl.-Ing. Strohschneider HR Dipl.-Ing. Ilse Strohschneider, Bundesamt für Wald erläuterte in ihrem Vortrag die Verfügbarkeit von forstlichem Vermehrungsgut nach „Paula“ für die zu erwartenden Wiederaufforstungen und betonte die Vorlaufzeiten bei der Produktion von Vermehrungsgut. Dipl.-Ing. Hannes Krehan, Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft ging auf die Borkenkäfergefährdung nach dem Sturm ein. Die Aufarbeitungsreihenfolge aus der Sicht des Forstschutzes sollte folgendermaßen aussehen: - Nadelholz vor Laubholz - Kleinflächen vor Großflächen (das sind Flächen über 1 ha) - Einzelwürfe vor Nesterwürfen - Bäume vom Stock trennen, da sie disponiert und anfälliger sind - Bruchholz vor Wurfholz und Tieflagen vor Hochlagen Mit einer vereinfachten aber eindrucksvollen Rechnung, wonach ein stehen gelassener Käferbaum bei 3 Generationen von Käfern in einem Jahr so viele Käfer „erzeugt“, dass damit rund 1000 Bäume befallen werden können, schloss der wichtige und informative Vortragstag.

Martin Kugler

Themen aus dem Lebensministerium

  • Waldentwicklungsplan 4.10.2012, 16:16 Uhr
  • Wald-Begleiter 8.06.2012, 16:36 Uhr
  • Der österreichische Wald 19.10.2011, 12:00 Uhr
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